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Montag, 15. November 2010

Feindbilder schützen vor Erkenntnis

Das Verdammen des bösen Marktes, der die Blasen so „gnadenlos“ platzen lässt, wird von zwei Gruppen besonders intensiv betrieben:

1. Von Politikern – oft wider besseres Wissen – wird die ablenkende pauschalierende Marktschelte bewusst betrieben. Das Feindbild „Markt“ und „Spekulanten“ wird aus rationalen Gründen aufgebaut und medienwirksam gefördert, um sich nicht der eigenen Verantwortung für die Geldillusions-Krise stellen zu müssen. Das hieße nämlich in der heutigen Situation: Sparen, die Luft aus der geldpolitisch inflationierten (aufgeblähten) Geldblase nehmen (=Deflation), also die künstliche Geldmenge reduzieren und damit eine schmerzhafte Konsolidierung der Weltwirtschaft zulassen. Das wiederum würde die Macht der heute regierenden Gruppen mindestens gefährden, da damit auch viele Versprechungen, die die Politik in den letzten Jahren und Jahrzehnten (mit der Notenpresse als “Sicherheit“) gemacht hat, sich als das herausstellen, was sie sind: Noch durch niemanden erarbeitet, bisher nicht erwirtschaftet, sondern nur aus machtpolitischen Gründen gemachte Versprechungen mit gedrucktem Geld (ohne realen Gegenwert, also ohne Deckung). Daher wir die Geldmenge auch in den USA und Europa weiter ausgeweitet, statt wieder auf ein Niveau geschrumpft, das der realen Wirtschaftsleistung entsprechen würde.

2. wird der Markt oft als besonders „böse“ empfunden und verdammt von Menschen, die an den guten Staat als Institution höherer moralischer Richtigkeit glauben. Der Staatsgläubige – definiere er sich als linksliberal, Keynesianer, Sozialdemokrat, Sozialist oder wie auch immer – glaubt immer noch (trotz der Finanz- bzw. besser: offensichtlichen Geldvermehrungs-Krise) – an die Möglichkeit, dem abstractum Markt die Schuld zuzuschieben und den Staat (als Herrschaftsinstrument) und die mit dem staatlich lizenzierten fiat money subventionierten Interessenakteure aus der Verantwortung zu entlassen. „Denn der Markt sei böse und der rentseeking-Staat sei gut“. Der Staat muss doch gut sein, denn daran glaubt der gläubige Etatist doch so fest.
Bei vielen, die die geldpolitische Verantwortung der Regierungen und der im staatlichen Auftrag handelnden Zentralbanken, ignorieren, kann man also eine psychologisch erklärbare Abwehrreaktion, eine Trotzreaktion auf die in Frage gestellten Glaubenssätze und vereinfachten Weltbilder, konstatieren. Dann kann man, ungetrübt von den eigentlich möglichen Lehren der immer wiederkehrenden „Finanz“krisen, weiterhin und geistig bequem, dem „Markt“ und der (scheinbar nur bei Spekulanten und „Kapitalisten“ vorkommenden) „Gier“ die Schuld geben.

Statt Analysen werden lieber Klischees geritten und Feindbilder gepflegt. So wird es auch bald wieder heißen: Die nächste Blase wird geschaffen und sie wird, basierend auf der heute immer noch bestehenden Geldblase, noch größer als die der jetzt gerade „ausgestandenen“ Finanzkrise. Die nächste Krise kommt, ermöglicht und angefeuert durch falsche Geldpolitik und dem politischen Irrglauben an Wohlstand durch bloße (nicht mehr die reale wirtschaftliche Leistung widerspiegelnde) ungedeckte Geldvermehrung.

Bezeichnend-treffender Titel des Buches von Kenneth S. Rogoff und Carmen M. Reinhart: „Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen.“ Auf deutsch erschienen im: FinanzBuch Verlag, 2010.

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Merkator (Gast) - 16. Jan, 14:04

Eine herrschaftssoziologisch und aus public choice-Perspektive sehr interessante Herausarbeitung.

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